Markus Merz

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Hardy Prothmann

 

Nach den Besucherzahlen des Heddesheimblogs folgen die Personalkosten

Nachtrag: Einfach dem Artikeletikett Hardy Prothmann folgen. Da kommt ja bestimmt noch mehr :)

Quelle: Marian Semm: “Die meisten Verlage haben vergessen, wo sie herkommen” (Serie Lokalzeitung 2.0 – Folge 3) (22. Januar 2010)

Zum Thema: Ich folge den marktschreierischen Aussagen des Hardy Prothmann gespannt und auch morbide fasziniert. Wie das Interview zeigt, folgt er ja seinen Statistiken, nach eigener Aussage, doch sehr detailliert. Dass das eigentlich nur geht, wenn man überschaubare Statistiken oder viel Zeit hat, sei nur mal am Rande erwähnt :)

Vorgeschichte:

  1. Hardy Prothmann (heddesheimblog) - Klappern gehört zum Handwerk, kann aber auch ein ganzes Interview versauen
  2. Zahlenspielereien: Heddesheimblog Logs - Was sind Seitenaufrufe? ...

Aber abgesehen von dem ganzen Zahlengekurbel, das zufälligerweise eine schöne Argumentationsbasis gegenüber Werbekunden darstellen kann (mehr aber auch nicht), stört mich an diesem oben verlinkten Artikel von Marian Semm die Prämisse, die "eine Art Prototyp für die Lokalzeitung 2.0" postuliert.

Es wird auch gleich die nächste fette Zahlenwand von der Decke gekurbelt; helfender Weise springt Mariam Senn zusammenfassend ein: "3000 Euro Monatsgehalt für drei bis vier Mitarbeiter, Technik, Räume – überschlagen sind das Kosten in der Größenordnung von 200.000 Euro. Wie spielen Sie das wieder ein?"

Abgesehen von der Projektion einer wolkig bekundeten Zukunft als zu hinterfragende Tatsache in die Gegenwart - "Wie spielen Sie 200.000 € wieder ein?", fehlt mir hier die Trennung von Marketinggedöns und betriebswirtschaftlicher Rechnung. Munter werden große Zahlen in den Raum gestellt; man könnte fast glauben, große Zahlen, ausreichend penetriert, werden Alle glauben machen, dass dieses angestrebte Lokal-WordPress-Netzwerk automatisch selber eine große Nummer mit großen Werbeeinnahmen wird.

Lokaljournalismus betriebswirtschaftlich simpel: Jeden Monat 120 Anzeigen zu 50 € das Stück erwirtschaften 6.000 € Umsatz.

Und eine potenzielle Leserschaft von 35.000 Einwohnern über fünf Prototypen für die Lokalzeitung 2.0 wird diese 120 Anzeigen jeden Monat tragen. Und Herr Prothmann möchte mal eben das Doppelte allein an Brutto-Personalkosten auszahlen? Jeden Monat. Der Schuster des noch zu findenden Anzeigenakquisiteurs wird sich freuen.

Wer von den Anwesenden hat schon einmal einem typischen lokalen Geschäftsmann, sagen wir dem Metzger, 50 € für eine Anzeigenbuchung aus dem Kreuz geleiert? Sagen wir mit Mindestbuchung von sechs Monaten. Hmm, im Internet. Auf einer Archivseite.

Auf einer Archivseite des heddesheimblogs...

Ach ja, ein Vorschlag für eine Textkritik:

"Die Zukunft des Regionaljournalismus liegt im Internet. Warum ich das weiß? Heddesheim hat 11 300 Einwohner. Nach drei Monaten „Bloggen“ hat meine Seite eine halbe Million Besucher."

Quelle: Hardy Prothmann himself unter dem Titel Lokal total: Von Null auf 500 000.

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Zahlenspielereien: Heddesheimblog Logs - Was sind Seitenaufrufe? ...

Vogeschichte: Hardy Prothmann (heddesheimblog) - Klappern gehört zum Handwerk, kann aber auch ein ganzes Interview versauen

Nachtrag: Einfach dem Artikeletikett Hardy Prothmann folgen. Da kommt ja bestimmt noch mehr :)


Mich erreichte eine Mail und dies ist die Antwort:

(Info: Die Mail habe ich anonymisiert, weil ich sie so direkt in eines meiner kleinen persönlichen Notizblogs schicken kann.)

Herr A. schrieb:

Sehr geehrter Herr Merz,

ich habe Ihren Austausch mit Herrn Prothmann gelesen. Ich bin nicht vom Fach: bedeuten Ihre Ausführungen, dass Herr Prothmann die Besucherzahlen seines blogs übertreibt. Zählt Herr Prothmann, wie oft seine Seite angeklickt wird, egal von wem?

Hallo Herr A.,

so kann man es sehr salopp ausdrücken; nur dass Herr Prothmann auszählen lässt. Ich kritisiere bei bisherigen Sachstand die unkritische Verwendung von Zahlen, die der Heddsheimblog Hoster 1&1 liefert, und die nun, wie von Zauberhand geschickt, durch die Medien geistern.

Ein wenig Hintergrund:

Eine Seite wird eben auch von z.B. den Programmen der Suchmaschinen aufgerufen. Und das z.T. mehrmals täglich. Und das von mehreren Suchmaschinen. Und dann eben auch noch von spezialisierten Suchmaschinen, wie dem Programm von Google, das nachschaut welche Werbung denn auf die einzelne Seite passt.

Diese Programme sind alles Seitenabruf-Multiplikatoren.

Ein weiterer Aspekt: Jede Seite, die im Blog neu erstellt wird, ist wiederum selberein x-facher Multiplikator, weil über Archivseiten, Kategorieseiten und Stichwortseiten evtl. automatisch wieder neue Seiten erzeugt werden, die natürlich auch von den n Suchmaschinen abgerufen werden. Auch der automatische Abruf des RSS Feeds durch ganztägig laufende Programme wird protokolliert.

Kurz und knapp: Alles was das Programm 'Webserver' ausliefert ist ein Zugriff und kann als Seitenabruf gewertet werden.

Um in einem Webseiten-Statistikprogramm echte Besucher auszufiltern, benötigt dieses Programm sehr gute Filter, die natürlich dann die Zahlen nach unten drehen. Diese Filter sind bei 1&1 sehr rudimentär ausgeprägt.

Google Analytics, welches im Heddesheimblog eingesetzt wird, ist ein anerkannt gutes Werkzeug, das die ganzen oben beschriebenen Faktoren zuverlässig ausfiltert. Auch die Auswertung der Seitenaufrufe im Werbeprogramm Google AdSense ist recht zuverlässig.

Ich bin selber Kunde bei 1&1 und kenne deren extrem hochjubelnde Auswertungen sehr gut. Das sind durchaus richtige Auswertungen und beruhen auf Auszählungen der Logfiles des Webservers, aber die Ergebnisse sind, wenn man sie denn überhaupt werten will, im Sinne von 1&1 bzw. des Seitenbetreibers, d.h. wenn irgend jemand eine neue Webseite ins Netz stellt und diese Auswertungen sieht, dann hat derjenige sehr schnell ein Erfolgserlebnis.

Ich setzte selber Google AdSense Werbung ein, benutze auch Google Analytics und habe relativ tiefe Ahnung von diversen Analytics Programmen.

Dass nun ausgerechnet die Zahlen von 1&1 beim Heddesheimblog zur Anwendung kommen ist mir (leider) sofort aufgestoßen. Es wäre ein Leichtes, und setzt keinerlei technisches Fachwissen voraus, die Zahlen von Google Adsense (Seitenaufrufe) oder Google Analytics (Seitenaufrufe, Besucher & Alles mögliche) zu publizieren.

Der Google Zugang ist zwangsweise vorhanden -  sonst kriegt man den Code gar nicht - und bei jedem Einloggen sieht man in Analytics und AdSense diese Zahlen auf den ersten Blick. Das geschieht im Armaturenbrett, Englisch dashboard, bzw. in der Übersicht. Man kommt an den Übersichtsseiten der jeweiligen Statistik nicht vorbei, wenn man sich dort einloggt!

So, mehr will ich jetzt gar nicht ausführen. Ich denke das reicht schon, um einen Einblick in die Problematik der Zahlenspielereien zu bekommen.

Mit freundlichen Grüßen

Markus Merz

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Hardy Prothmann (heddesheimblog) - Klappern gehört zum Handwerk, kann aber auch ein ganzes Interview versauen

Nachtrag: Einfach dem Artikeletikett Hardy Prothmann folgen. Da kommt ja bestimmt noch mehr :)

Hardy Prothmann und sein heddesheimblog

"Ich bin die Zukunft des Lokaljournalismus"

Unter diesem schönen Titel erschien diese Meedia Topstory am 19.11.2009. Es ist ein Interview mit Hardy Prothmann das Stefan Winterbauer geführt hat. Das komplette Interview verbirgt sich hinter dem obigen Link. Dies ist der Vorspann (Zitate in rot):

Der Journalist Hardy Prothmann betreibt seit Frühjahr 2009 mit dem heddesheimblog ein lokales Blog an seinem Wohnort, dem badischen Städtchen Heddesheim (11.555 Einwohner). Früher schrieb Prothmann u.a. für "Frankfurter Rundschau", "Focus", "Zeit". Jetzt besucht er Vereine, schreibt über örtlichen Ärger mit Logistikfirmen und das Heddesheimer "Oktoberfest". Mit seinem Lokal-Blog hat er bereits rund 500.000 Seitenzugriffe pro Monat. Für ihn ist dies "die Zukunft des Lokaljournalismus".

Die vorletzte Frage im Interview und die Antwort von Hardy Prothmann:

Wie sind aktuell die Zugriffzahlen auf das heddesheimblog?

Im August waren es 230.000 Zugriffe, im September 630.000. Im September gab es die Bundestagswahl und außerdem eine Bürgerbefragung zur oben erwähnten geplanten Ansiedlung des Logistikunternehmens. Das Interesse war also außergewöhnlich hoch. Im Oktober gab es noch Nachbeben aus dem September und es wurden 510.000 Page-Impressions. Mitte November sieht es so aus, dass es wieder rund 500.000 werden. Das scheint für den Moment die Marke zu sein, die aus meiner Sicht relevant ist. Die Zahl der täglichen Besucher hat sich kontinuierlich gesteigert und liegt bei rund 2.000. Ich strebe also für die nächste Zeit 400.000 Page-Impressions mit rund 1.500 Besuchern an. Das soll vermarktet werden. Alles darüber ist extra.

Danach folgten u.a. diese drei Kommentare von mir und Hardy Prothmann (Auszug).

19.11.09 21:25 Markus Merz

Klappern gehört zum Handwerk, kann aber auch ein ganzes Interview versauen.

Keine Ahnung wie die tollen Zugriffszahlen oben im Interview zustande kommen, aber das hier drunter ist die per Copy & Paste eingefügte aktuelle Liste der meist gelesenen Artikel mit den Zugriffszahlen je Artikel:

Meistgelesene Artikel

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* Polizei stoppt nächtlichen Skater auf der A656 (365)
* Heddesheim führt neues Verkehrsschild für Lkw ein (363)

20.11.09 21:57 Hardy Prothmann

Guten Tag!

@Markus Merz
Auf den ersten Blick gut beobachtet - auf den zweiten (klicken Sie die Artikel an) sehen Sie, dass die alle jüngeren Datums sind -
Ich vermute, dass das widget nicht richtig funktioniert. Früher hatte ich einen Zähler in den Artikeln laufen - die Zahlen lagen teilweise bei einem Sechstel der Server-Zahlen.
Bis ich einen Programmierer bezahlen kann, muss ich damit leben. Wenn Sie unter Suche "Statistik eingeben", finden Sie die Monatsstatistiken von 1&1 mit Screenshots der Zugriffe. Have fun :-)

21.11.09 15:26 Markus Merz

Sehr geehrter Hardy Prothmann,

wir sind ja hier unter uns, da kann man schon einmal realistische Zahlen veröffentlichen.

Ich schätze, dass Ihr Widget die Artikelaufrufe recht genau protokolliert. Ein hochzählender Zugriffszähler ist eher trivial und es ist fast schwieriger dort Fehler einzubauen, als es richtig zu machen.

Auch Ihre Aussage mit dem zu bezahlenden Programmierer ist falsch, denn Sie setzen auf Ihren Seiten Google AdSense ein. Sie bezahlen also bereits für einen recht exakten Zähler.

Zusätzlich finde ich auf Ihren Seiten den doppelt vorhandenen Aufruf von Google Analytics für WordPress mit der Nutzerkennung UA-10935263-1

Die Monatsstatistiken von 1&1 als Aussage heran zu ziehen, wenn Ihnen bereits konkrete Zahlen vorliegen sollten, das finde ich verständlich aber unnötig.

Ich bleibe bei meiner Aussage vom 19.11.09 21:25:

Klappern gehört zum Handwerk, kann aber auch ein ganzes Interview versauen.

Ihre Artikelserie zum Thema sollten Sie überarbeiten. Die Google Analytics Bilder machen sich auch viel hübscher.

# In eigener Sache: Statistik September - über 640.000 Seitenzugriffe
# Statistik: August trotz Ferienzeit stärkster Monat nach Seitenzugriffen
# In eigener Sache: 500.000 Seitenabrufe
# In eigener Sache: 430.000 Seitenaufrufe
# In eigener Sache: Statistik

Mit freundlichen Grüßen

Markus Merz

PS:  In den Meta-Keywords findet man u.A.: heddesheimblog, Hardy Prothmann, Journalist, Blog, Journalimus, investigativ, journalistisches Blog, Pressefreiheit, netzwerk recherche, Recherche, Qualitätsjournalismus

Wenn Hardy Prothmann und das heddesheimblog die Zukunft des investigativen Qualitätsjournalismus auf lokaler Ebene sind, dann habe ich so meine Sorgen.

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